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Elektriker Weiterbildung: Welche Schritte bringen wirklich mehr Geld?

Meister, Techniker oder Spezialisierung: Welche Weiterbildung bringt dich als Elektriker wirklich weiter? Hier erfährst du, welcher Weg zu deinen Zielen passt und wann sich die zusätzliche Qualifikation auch beim Gehalt auszahlt.
Elektriker Weiterbildung: Welche Schritte bringen wirklich mehr Geld?

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Du kannst seit Jahren Schaltschränke verdrahten, Anlagen prüfen und Störungen finden und trotzdem beim Gehalt kaum vom Fleck kommen. Eine Elektriker Weiterbildung kann das ändern. Aber nicht jeder Kurs bringt dich beruflich tatsächlich weiter.

Der Elektrotechnikermeister lohnt sich vor allem, wenn du Verantwortung übernehmen, ausbilden oder einen Betrieb führen willst. Der staatlich geprüfte Techniker passt eher zu Planung, Projektierung und technisch anspruchsvollen Aufgaben. Kürzere Fortbildungen in Automatisierung, Gebäudetechnik oder Energietechnik können ebenfalls mehr Geld bringen, wenn dein Betrieb genau diese Fähigkeiten braucht. Entscheidend ist deshalb nicht der längste Abschluss, sondern welche Aufgaben du danach übernehmen kannst.

Welche Weiterbildung lohnt sich für Elektriker?

  • Meister: Passt zu dir, wenn du führen, ausbilden, Verantwortung übernehmen oder dich im Elektrotechniker-Handwerk selbstständig machen willst.
  • Techniker: Ist stark, wenn du Richtung Planung, Projektierung, Automatisierung oder technische Organisation gehen möchtest.
  • Spezialisierung: Fachwissen etwa in Automatisierung, Gebäudesystemtechnik oder Energietechnik kann deinen Marktwert erhöhen, wenn es praktisch gefragt ist.
  • Gehalt: Ein Abschluss allein garantiert keine Erhöhung, mehr Geld kommt meistens mit einer anspruchsvolleren Stelle und mehr Verantwortung.
  • Förderung: Meister und Techniker können grundsätzlich über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Welche Elektriker Weiterbildung bringt am meisten Geld?

Am stärksten wirken Weiterbildungen, die dich aus der bisherigen Gesellenrolle in eine höher bewertete Aufgabe bringen. Das kann der Elektrotechnikermeister sein, der staatlich geprüfte Techniker oder eine gefragte Spezialisierung. Was finanziell am meisten bringt, hängt deshalb von deinem Betrieb, deiner Region und deiner späteren Funktion ab.

Ein Meisterbrief bringt wenig, wenn du danach exakt dieselben Arbeiten machst wie vorher. Anders sieht es aus, wenn du anschließend eine Baustelle koordinierst, Mitarbeiter führst, Angebote kalkulierst oder technische Verantwortung übernimmst. Beim Techniker gilt dasselbe. Erst eine passende Technikerstelle macht aus dem Abschluss einen Gehaltshebel.

Weiterbildung Typisches Ziel Formaler Rahmen Besonders passend, wenn du…
Elektrotechnikermeister Führung, Ausbildung, Betriebsverantwortung, Selbstständigkeit DQR-Niveau 6 praktisch arbeiten und gleichzeitig Verantwortung übernehmen willst
Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik Planung, Projektierung, technische Organisation DQR-Niveau 6, laut Bundesagentur meist 2 bis 4 Jahre in Vollzeit oder Teilzeit stärker in technische Planung und anspruchsvolle Fachaufgaben willst
Fachliche Spezialisierung Spezialwissen in einem gefragten Bereich Je nach Lehrgang und Abschluss unterschiedlich fachlich tiefer gehen möchtest, ohne direkt Meister oder Techniker zu machen

Meister und Techniker befinden sich zwar beide auf DQR-Niveau 6. Das macht die Abschlüsse aber nicht identisch. Der Deutsche Qualifikationsrahmen weist ausdrücklich darauf hin, dass gleich eingeordnete Qualifikationen unterschiedliche Kompetenzen und Berechtigungen besitzen können. Für deine Entscheidung zählt deshalb das Tätigkeitsfeld, in das du wechseln möchtest.

Wann lohnt sich der Elektriker Meister?

Der Elektriker Meister passt besonders gut, wenn du näher an Führung, Baustellenorganisation, Ausbildung oder unternehmerischer Verantwortung bleiben willst. Im Elektrotechniker-Handwerk umfasst die Meisterprüfung fachpraktische, fachtheoretische, wirtschaftliche, rechtliche und berufspädagogische Bereiche.

Seit März 2024 unterscheidet die Elektrotechnikermeisterverordnung bei den fachlichen Teilen zwischen den Schwerpunkten Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungs- und Systemtechnik sowie Gebäudesystemintegration. Die Prüfung umfasst unter anderem ein Meisterprüfungsprojekt, ein Fachgespräch und eine Situationsaufgabe.

Auch für die Selbstständigkeit ist der Abschluss relevant. Das Elektrotechniker-Handwerk gehört nach Anlage A der Handwerksordnung zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Wer die Meisterprüfung im betreffenden Handwerk bestanden hat, erfüllt grundsätzlich eine der Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle. Die Handwerksordnung kennt daneben weitere Möglichkeiten und Ausnahmen.

Zur Meisterprüfung kann nach § 49 HwO insbesondere zugelassen werden, wer eine passende Gesellenprüfung oder entsprechende Abschlussprüfung bestanden hat. Bei anderen Berufsabschlüssen können zusätzliche Zeiten praktischer Berufstätigkeit erforderlich sein.

Finanziell interessant wird der Meister dann, wenn dein Arbeitgeber die zusätzliche Qualifikation auch in der Stelle nutzt. Meistertitel auf dem Lohnzettel, Gesellenaufgaben auf der Baustelle und keine zusätzliche Verantwortung ergeben selten die Entwicklung, die du dir von der Weiterbildung versprichst.

Wenn du wissen willst, welche Betriebe in deiner Region solche Verantwortungsstufen tatsächlich anbieten, kannst du bei KarriereGrün kostenfrei Mitglied werden. Dein Talent-Scout kennt deine Vorstellungen und kann mit dir einordnen, welche nächsten Schritte am Markt sinnvoll sind. Du musst dafür weder kündigen noch dich öffentlich als wechselbereit zeigen.

Wann ist der Elektriker Techniker die bessere Wahl?

Der staatlich geprüfte Techniker Elektrotechnik passt meist besser, wenn du von der reinen Ausführung stärker in Planung, Projektierung und technische Koordination wechseln möchtest. Die Bundesagentur für Arbeit nennt für die Weiterbildung je nach Organisationsform eine Dauer von zwei bis vier Jahren.

Je nach Fachschule gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Automatisierungstechnik und Energietechnik gehören beispielsweise zu den möglichen Richtungen. Fachschulen bauen dabei auf beruflicher Ausbildung und praktischer Erfahrung auf. Der Abschluss ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet.

Der Techniker kann damit interessant sein, wenn du später Anlagen projektieren, Prozesse technisch betreuen, Lösungen ausarbeiten oder zwischen Werkstatt, Baustelle, Planung und Projektleitung arbeiten möchtest. Gerade bei Industrieunternehmen kann dieser Weg andere Türen öffnen als der klassische Handwerksmeister.

Techniker heißt allerdings nicht automatisch Büro. Es gibt Stellen, bei denen du weiterhin nah an Anlagen, Inbetriebnahmen und Fehlersuche arbeitest. Andere bestehen wesentlich stärker aus Planung und Dokumentation. Schau deshalb vor Beginn der Weiterbildung auf konkrete Stellenprofile, nicht nur auf den Abschlussnamen.

Erfahrener Elektriker erklärt einem jüngeren Kollegen die Technik an einem geöffneten Schaltschrank in einer modernen Elektrowerkstatt

Welche Elektriker Spezialisierung kann sich lohnen?

Du musst nicht immer gleich mehrere Jahre Weiterbildung einplanen. Eine gezielte Elektriker Fortbildung kann sinnvoller sein, wenn du bereits weißt, welche Technik du künftig betreuen möchtest.

  • Automatisierung und SPS: Interessant für Produktion, Maschinenbau und industrielle Anlagen.
  • Gebäudesystemtechnik: Sinnvoll für vernetzte Gebäude, Steuerungen und komplexere technische Anlagen.
  • Energie- und Gebäudetechnik: Relevant bei moderner Gebäudeausrüstung und zunehmend vernetzten Energiesystemen.
  • Photovoltaik und Speichertechnik: Kann das bestehende Elektroprofil um einen stark praxisbezogenen Einsatzbereich ergänzen.
  • Ladeinfrastruktur: Ergänzt Kenntnisse rund um elektrische Anlagen um Anwendungen der Elektromobilität.

Bei solchen Lehrgängen musst du genauer hinschauen als bei Meister oder Techniker. Anbieter, Umfang, Abschluss und Anerkennung unterscheiden sich. Ein zweitägiger Kurs und eine umfangreiche fachliche Qualifikation sind nicht dasselbe, auch wenn auf beiden anschließend ein Zertifikat steht.

Mehr Weiterbildung heißt nicht automatisch mehr Gehalt

Das ist die Stelle, an der sich viele verrechnen. Sie investieren Zeit und Geld in einen Abschluss und gehen davon aus, dass der Chef anschließend automatisch mehr zahlt. So funktioniert es nicht.

Mehr Gehalt wird wahrscheinlicher, wenn sich mit deiner Qualifikation auch dein Aufgabenbereich verändert. Du übernimmst beispielsweise Mitarbeiter, koordinierst Projekte, planst Anlagen, trägst technische Verantwortung oder beherrschst eine Technik, für die im Betrieb nur wenige Kollegen eingesetzt werden können.

Sprich deshalb vor einer größeren Weiterbildung mit deinem Arbeitgeber. Welche Stelle könntest du danach übernehmen? Welche Aufgaben kommen dazu? Wie verändert sich die Eingruppierung oder Vergütung? Gibt es darauf nur Schulterzucken, solltest du den Arbeitsmarkt mitprüfen.

Dafür kannst du auch den Gehalts-Check von KarriereGrün nutzen. Wenn du deinen Marktwert nicht kennst, ist schwer einzuschätzen, ob dein jetziger Betrieb deine zusätzliche Qualifikation angemessen bezahlt.

Was kostet Meister oder Techniker nach Förderung?

Für förderfähige Aufstiegsfortbildungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz berücksichtigt werden. Das Aufstiegs-BAföG nennt dafür aktuell einen maximal förderfähigen Betrag von 15.000 Euro. 50 Prozent davon werden als Zuschuss gewährt.

Für den verbleibenden Anteil kann ein KfW-Darlehen angeboten werden. Wer die Fortbildungsprüfung erfolgreich besteht, kann auf Antrag 50 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fälligen Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen bekommen. Meister und Techniker gehören ausdrücklich zu den grundsätzlich förderfähigen Fortbildungsabschlüssen.

Wie hoch deine tatsächlichen Kurskosten sind, hängt dagegen von Schule, Kammer, Lehrgangsform und Anbieter ab. Vergleiche deshalb nicht nur die Kursgebühr. Rechne auch Fahrtwege, Lernzeit und möglichen Verdienstausfall bei einer Vollzeitweiterbildung mit ein.

Welche Elektriker Aufstiegschancen hast du ohne Meister?

Auch ohne Meister kannst du fachlich aufsteigen. Entscheidend ist, ob du Verantwortung übernimmst, die dein Arbeitgeber braucht und entsprechend vergütet. Spezialisierung, Erfahrung und ein Wechsel in einen technisch anspruchsvolleren Bereich können deshalb ebenfalls einen deutlichen Karriereschritt ergeben.

Ein erfahrener Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik kann sich beispielsweise in Richtung komplexerer Anlagen entwickeln. In der Industrie können Automatisierung, Instandhaltung oder Inbetriebnahme interessant sein. Andere wechseln stärker in technische Koordination oder Projektarbeit.

Das ist besonders wichtig, wenn du eigentlich gar keine Lust auf Personalführung oder Betriebswirtschaft hast. Nur wegen des vermeintlich höheren Gehalts den Meister zu machen, obwohl du weiterhin ausschließlich Spezialist sein möchtest, ist nicht automatisch die richtige Entscheidung.

Bei einem Wechsel lohnt es sich deshalb, nicht nur nach der Stellenbezeichnung zu fragen. Prüfe Arbeitszeit, Verantwortung, Einsatzgebiet, Bereitschaftsdienste und tatsächliche Aufgaben. Mit dem Arbeitgeber-Check kannst du zusätzlich einschätzen, wie dein jetziger Betrieb bei wichtigen Arbeitsbedingungen dasteht.

Dein Profil bei KarriereGrün ist dabei nicht öffentlich. Du kannst dich kostenfrei nach besseren Entwicklungsmöglichkeiten umsehen, ohne dass dein Chef davon erfährt. Ein Betrieb bekommt deine Daten nur, wenn du zustimmst.

So findest du die richtige Elektriker Fortbildung

  1. Lege dein Ziel fest. Willst du mehr Fachwissen, Mitarbeiter führen, Projekte planen oder irgendwann einen Betrieb übernehmen?
  2. Suche passende Zielstellen. Schau dir an, welche Qualifikationen Arbeitgeber für genau diese Aufgaben verlangen.
  3. Vergleiche Meister und Techniker. Entscheide nach späterer Tätigkeit und nicht danach, welcher Abschluss vermeintlich höher klingt.
  4. Prüfe kürzere Spezialisierungen. Wenn dir nur bestimmtes Fachwissen fehlt, kann eine gezielte Fortbildung der kürzere Weg sein.
  5. Klär die Finanzierung. Prüfe insbesondere Aufstiegs-BAföG sowie mögliche Unterstützung durch deinen Arbeitgeber.
  6. Besprich die Stelle danach. Kläre vor Beginn, welche Aufgaben und welche Vergütung nach erfolgreichem Abschluss realistisch sind.
  7. Prüfe Alternativen am Markt. Wenn dein jetziger Betrieb keine Entwicklung bietet, musst du nicht erst kündigen. Du kannst dich diskret nach Arbeitgebern umsehen, die deine nächste Qualifikationsstufe tatsächlich brauchen.

Häufige Fragen zur Weiterbildung für Elektriker

Das hängt davon ab, wohin du willst. Für Führung, Ausbildung und unternehmerische Verantwortung passt häufig der Elektrotechnikermeister. Möchtest du stärker planen, projektieren oder technisch anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, kann der staatlich geprüfte Techniker Elektrotechnik besser passen. Für einen schnellen fachlichen Ausbau können gezielte Spezialisierungen sinnvoller sein.

Der Meister kann dein Gehalt deutlich interessanter machen, wenn du danach eine höherwertige Aufgabe übernimmst. Dazu können Personalführung, Projektverantwortung, Kalkulation oder technische Leitung gehören. Der Meisterbrief allein löst jedoch keine automatische Gehaltserhöhung aus. Vor der Weiterbildung solltest du deshalb klären, welche Position dein jetziger oder ein anderer Arbeitgeber dir anschließend anbieten kann.

Der Meister ist stärker auf Handwerk, Führung, Ausbildung und betriebliche Verantwortung ausgerichtet. Der staatlich geprüfte Techniker Elektrotechnik führt häufiger in Planung, Projektierung und anspruchsvolle technische Fachaufgaben. Beide Qualifikationen liegen auf DQR-Niveau 6, sind dadurch aber nicht identisch. Entscheide danach, welche Arbeit du später tatsächlich machen möchtest.

Interessante Felder sind unter anderem Automatisierung und SPS, moderne Gebäudesystemtechnik, Energie- und Gebäudetechnik, Photovoltaik, Speichertechnik und Ladeinfrastruktur. Welche Spezialisierung dir finanziell hilft, hängt stark von den Arbeitgebern in deiner Region ab. Prüfe deshalb zuerst konkrete Stellen und Aufgabenprofile, bevor du Geld für einen Lehrgang ausgibst.

Grundsätzlich gehören Meister- und Technikerfortbildungen zu den Abschlüssen, die über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden können. Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sind aktuell bis zu 15.000 Euro förderfähig, davon werden 50 Prozent als Zuschuss gewährt. Welche Förderung du persönlich erhältst, hängt von der konkreten Maßnahme und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Welche Weiterbildung zahlt sich bei deinem nächsten Arbeitgeber aus?

KarriereGrün ist das Karriere-Netzwerk für Handwerk und Industrie. Du bewirbst dich nicht hundertfach blind. Du trägst dich einmal ein, und dein persönlicher Talent-Scout stellt dir die Arbeitgeber aus deiner Region vor, die zu deinen Vorstellungen passen.

Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, dein Profil ist nicht öffentlich und du gehst keine Verpflichtung ein. Das Eintragen dauert zwei Minuten.