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IG Metall Tarifvertrag Entgeltgruppen: Wo du wirklich eingruppiert bist

Bei den IG Metall Entgeltgruppen zählt nicht allein dein Beruf oder Ausbildungsabschluss. Entscheidend ist vor allem die Arbeitsaufgabe, die dir tatsächlich übertragen wurde. Dazu kommt das Tarifgebiet: Eine EG 5 kann in Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Niedersachsen für unterschiedliche Beträge und Bewertungsstufen stehen. So prüfst du, ob deine Eingruppierung wirklich zu deiner Arbeit passt.
IG Metall Tarifvertrag Entgeltgruppen: Wo du wirklich eingruppiert bist

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Auf deinem Lohnzettel steht EG 5. Dein Kollege aus einem anderen Werk erzählt, dass er ebenfalls EG 5 bekommt, aber mehrere Hundert Euro mehr verdient. Das kann völlig korrekt sein. Beim IG Metall Tarifvertrag und seinen Entgeltgruppen gibt es keine bundesweit einheitliche EG 5 mit einem festen Monatsentgelt.

Die Metall- und Elektroindustrie arbeitet mit regionalen ERA-Systemen. Seit dem 1. April 2026 liegen die tariflichen Monatsentgelte nochmals 3,1 Prozent höher. Entscheidend für deine Eingruppierung ist aber nicht dein Jobtitel und auch nicht allein dein Ausbildungsabschluss. Entscheidend ist die Arbeitsaufgabe, die dir der Betrieb tatsächlich übertragen hat. Genau dort lohnt sich ein genauer Blick.

Das musst du zu deiner Entgeltgruppe wissen

  • Arbeitsaufgabe: Für deine Eingruppierung zählt in erster Linie, welche Aufgaben und Anforderungen dir tatsächlich übertragen wurden.
  • Tarifgebiet: Eine EG 5 kann je nach Region einen anderen Betrag und eine andere Stellung im Entgeltsystem haben.
  • EG 5: Seit April 2026 reicht das Grundentgelt der EG 5 in ausgewählten Tarifgebieten der Metall- und Elektroindustrie von 2.960,50 bis über 3.500 Euro, je nach Gebiet und Stufe.
  • Qualifikation: Ein Gesellenbrief oder eine Weiterbildung allein führt nicht automatisch zu einer höheren Entgeltgruppe.
  • Prüfung: Vergleiche deine tatsächlichen Aufgaben mit der betrieblichen Aufgabenbeschreibung und dem für dich gültigen ERA oder ERTV.
  • Betriebsrat: Wenn du Zweifel hast, kannst du deine Eingruppierung mit dem Betriebsrat oder deiner zuständigen IG Metall Geschäftsstelle prüfen.

Wie funktionieren die IG Metall Tarifvertrag Entgeltgruppen?

In der Metall- und Elektroindustrie läuft die Entgeltfindung über regionale Entgeltrahmenregelungen, meist unter dem Kürzel ERA. In Niedersachsen begegnet dir auch der Begriff ERTV. Deshalb reicht die Aussage „Ich bin EG 5“ noch nicht, um dein Gehalt einzuordnen. Du musst zuerst wissen, welcher Tarifvertrag und welches Tarifgebiet für deinen Betrieb gelten.

ERA hat die frühere Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten bei der Entgeltfindung abgelöst. Beschäftigte werden nach dem Anforderungsniveau ihrer Arbeitsaufgabe eingestuft. Die IG Metall beschreibt ausdrücklich die Arbeitsaufgabe als Grundlage der Eingruppierung. Dabei zählen auch die einzelnen Teilaufgaben, wenn sie zusammen zu deiner übertragenen Aufgabe gehören.

Das ist wichtig für den Werkstattalltag. Auf deiner Stellenbezeichnung kann „Industriemechaniker“ stehen. Es macht für die Bewertung aber einen Unterschied, ob du nach festen Vorgaben montierst oder zusätzlich selbstständig Störungen analysierst, Anlagen einrichtest, Abläufe optimierst und Verantwortung für komplexere Arbeitsschritte übernimmst.

Was verdient EG 5 Metall 2026?

Ein bundesweit einheitliches EG 5 Metall Gehalt gibt es nicht. Die offiziellen ERA-Tabellen der IG Metall zeigen ab 1. April 2026 deutliche Unterschiede zwischen den Tarifgebieten. Selbst innerhalb einer Entgeltgruppe können zusätzlich mehrere Stufen vorgesehen sein.

Tarifgebiet EG 5 ab 1. April 2026 System
Baden-Württemberg 3.296,00 Euro Grundentgelt
Bayern 3.497,00 bis 3.583,00 Euro Stufe A bis B
Hessen 3.288,00 bis 3.397,67 Euro Grundentgelt und Zusatzstufe
Niedersachsen 3.356,00 bis 3.615,00 Euro Stufe A bis C
Nordrhein-Westfalen 2.960,50 Euro Grundentgelt

Die Tabelle zeigt deshalb nicht, welcher Beschäftigte „besser“ eingruppiert ist. Sie zeigt, warum du eine Entgeltgruppe nie ohne Tarifgebiet lesen solltest. In Baden-Württemberg reicht das System beispielsweise bis EG 17, in Bayern bis EG 12 und in Nordrhein-Westfalen bis EG 14. Eine gleich benannte Gruppe steht damit nicht automatisch an derselben Stelle im gesamten Bewertungssystem.

Hinzu kommt: Das Tabellenentgelt ist nicht zwingend dein komplettes Monatsbrutto. Je nach Tarifgebiet und Betrieb können Leistungsentgelt, tarifliche Zulagen, Zuschläge und weitere Zahlungen hinzukommen. In Bayern nennt die IG Metall zum Beispiel neben dem Grundentgelt eine Leistungszulage von bis zu 28 Prozent. Im betrieblichen Durchschnitt muss dort ein leistungsabhängiges Entgelt von 14 Prozent erreicht werden können.

Wie entscheidet sich deine ERA Eingruppierung?

Deine Entgeltgruppe hängt von der bewerteten Arbeitsaufgabe ab. Genau das ist der Kern der ERA und ERTV Eingruppierung. In Nordrhein-Westfalen bewertet das ERA Arbeitsaufgaben über tarifliche Anforderungsmerkmale und Punktwerte. Die Gesamtpunktzahl führt anschließend zur jeweiligen Entgeltgruppe.

Der wichtige Unterschied lautet: Erst bewertet man die Arbeitsaufgabe. Anschließend ordnet man dich der Entgeltgruppe dieser Aufgabe zu. Dein Name, dein Verhandlungsgeschick oder die Frage, ob du seit drei oder zwölf Jahren im Unternehmen arbeitest, ändern nicht das Anforderungsniveau der Aufgabe.

Auch tarifliche Niveaubeispiele solltest du nicht wie fertige Stellenbeschreibungen lesen. Die IG Metall bezeichnet sie in Nordrhein-Westfalen als Orientierung. Maßgeblich bleibt die konkrete Arbeitsaufgabe in deinem Betrieb.

Genau deshalb lohnt sich ein Gehalts-Check, wenn du nicht weißt, wie dein aktuelles Entgelt im Markt dasteht. Tarifgruppe und Marktwert sind nicht dasselbe. Ohne Vergleichswerte gehst du sonst mit einer Zahl ins Gespräch, ohne zu wissen, wie sie außerhalb deines Werks aussieht.

Entscheidet deine Ausbildung über die Entgeltgruppe Metall?

Nein, dein Abschluss allein legt deine Entgeltgruppe nicht fest. Eine abgeschlossene Berufsausbildung kann für das erforderliche Kenntnisniveau einer Aufgabe wichtig sein. Bezahlt wird im ERA-System aber die übertragene Arbeitsaufgabe und deren Anforderungen.

Das führt zu Situationen, die auf den ersten Blick ungerecht wirken. Du kannst Industriemechaniker mit abgeschlossener Ausbildung sein und trotzdem niedriger eingruppiert sein als ein Kollege mit derselben Ausbildung. Wenn seine dauerhaft übertragene Aufgabe höhere Anforderungen stellt, kann eine andere Gruppe korrekt sein.

Umgekehrt bringt dir ein Meisterbrief nicht automatisch eine höhere Entgeltgruppe, wenn du weiterhin exakt dieselbe Arbeitsaufgabe ausführst wie vorher. Eine zusätzliche Qualifikation wird beim Entgelt interessant, wenn der Betrieb dir dadurch anspruchsvollere Aufgaben überträgt, etwa mehr technische Verantwortung, komplexere Fehlersuche, Koordination oder Führungsaufgaben.

Erfahrener Industriemechaniker prüft ein Präzisionsbauteil mit einem Messwerkzeug an einer CNC-Maschine, während ein Kollege im Hintergrund arbeitet.

Was viele bei ihrer Eingruppierung falsch machen

Der häufigste Fehler ist der Vergleich über Berufsbezeichnungen. „CNC-Zerspaner“, „Mechatroniker“, „Schweißer“ oder „Instandhalter“ sagen für sich genommen zu wenig aus. Zwei Beschäftigte mit derselben Bezeichnung können unterschiedliche Aufgaben haben. Zwei Beschäftigte mit verschiedenen Stellenbezeichnungen können dagegen Tätigkeiten auf einem vergleichbaren Anforderungsniveau ausführen.

Der zweite Fehler ist der reine Vergleich der Entgeltgruppennummer. EG 5 in Nordrhein-Westfalen ist nicht einfach dasselbe wie EG 5 in Bayern oder Niedersachsen. Wer nur die Zahl vergleicht, vergleicht unterschiedliche regionale Systeme.

Der dritte Fehler steckt oft in der Aufgabenbeschreibung. Auf dem Papier steht eine alte Tätigkeit, während du seit Monaten zusätzliche Verantwortung übernommen hast. Du richtest inzwischen Maschinen selbstständig ein, löst anspruchsvolle Störungen oder übernimmst Aufgaben, die früher beim Vorarbeiter lagen. Genau dann solltest du prüfen, ob Beschreibung und Arbeitsalltag noch zusammenpassen.

Falls du dabei merkst, dass auch dein Arbeitsvertrag längst nicht mehr zu deinem tatsächlichen Job passt, kannst du zusätzlich deinen Arbeitsvertrag gezielt prüfen. Das ersetzt keine ERA-Bewertung, hilft dir aber dabei, vereinbarte Tätigkeit und tatsächliche Arbeit auseinanderzuhalten.

Welche Rolle hat der Betriebsrat bei der Eingruppierung?

In Unternehmen mit in der Regel mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern muss der Arbeitgeber den Betriebsrat nach § 99 Betriebsverfassungsgesetz vor einer Eingruppierung oder Umgruppierung beteiligen und seine Zustimmung einholen. Der Betriebsrat kontrolliert damit auch, ob der Arbeitgeber die tarifliche Systematik richtig anwendet.

Wenn du deine Gruppe für falsch hältst, ist der Betriebsrat deshalb eine naheliegende erste Anlaufstelle. Die IG Metall empfiehlt Beschäftigten mit Zweifeln an ihrer Eingruppierung ebenfalls, sich an den Betriebsrat oder die zuständige IG Metall Geschäftsstelle zu wenden.

Wichtig ist, dass du nicht nur sagst: „Ich will eine Gruppe höher.“ Zeige, welche Aufgaben du dauerhaft ausführst und was sich gegenüber deiner bisherigen Aufgabenbeschreibung verändert hat. Das ist für die Bewertung wesentlich stärker als der Hinweis, dass du lange im Betrieb bist oder ein Kollege mehr verdient.

Tarif Metall 2026: Was hat sich beim Entgelt geändert?

Zum 1. April 2026 stiegen die tariflichen Monatsentgelte in der Metall- und Elektroindustrie um 3,1 Prozent. Bereits im April 2025 waren sie um 2 Prozent gestiegen. Die Erhöhungen stammen aus dem Tarifabschluss von Ende 2024.

Auch das tarifliche Zusatzgeld B, kurz T-ZUG B, stieg 2026 von 18,5 auf 26,5 Prozent des jeweiligen Eckentgelts. Diese Sonderzahlung ändert aber deine eigentliche Entgeltgruppe nicht. Sie kommt aus einer anderen tariflichen Regelung.

Wenn du also prüfen willst, ob dein Lohnzettel zum Tarif Metall 2026 passt, brauchst du mindestens drei Angaben: dein Tarifgebiet, deine Entgeltgruppe samt Stufe und die aktuelle Tabelle ab April 2026. Erst danach lohnt sich der Vergleich mit deiner tatsächlichen Arbeitsaufgabe.

Und wenn du feststellst, dass deine Verantwortung schon lange größer ist als das, was dein Betrieb bezahlt, musst du nicht sofort kündigen. Als Mitglied bei KarriereGrün kannst du dich diskret umsehen. Dein Profil ist nicht öffentlich und kein Betrieb bekommt deine Daten ohne deine Zustimmung. Dein Talent-Scout kann mit dir einordnen, welche Betriebe in deiner Region zu deiner Erfahrung und deinen Vorstellungen passen.

So prüfst du deine Entgeltgruppe in fünf Schritten

  1. Tarifgebiet feststellen: Prüfe zuerst, welcher Tarifvertrag für deinen Betrieb gilt. Eine Tabelle aus einem anderen Bundesland hilft dir bei der Eingruppierung nicht.
  2. Entgeltgruppe und Stufe notieren: Schau auf deine Entgeltabrechnung oder die Mitteilung des Arbeitgebers. Halte Gruppe, Stufe und tarifliches Grundentgelt getrennt fest.
  3. Arbeitsaufgabe beschreiben: Schreib konkret auf, was du dauerhaft machst. Dazu gehören etwa Einrichten, Programmieren, Prüfen, Fehlersuche, Dokumentation, Koordination und Verantwortung.
  4. Mit der tariflichen Bewertung vergleichen: Nimm die für dein Tarifgebiet geltenden Bewertungsmerkmale und Aufgabenbeschreibungen. Bei Unsicherheit gehst du damit zum Betriebsrat oder zur zuständigen IG Metall Geschäftsstelle.
  5. Marktwert danebenlegen: Tarif ist deine eine Vergleichsgröße. Wenn du wechseln oder verhandeln willst, solltest du zusätzlich wissen, was vergleichbare Arbeitgeber zahlen. Unser Beitrag zeigt dir, welches Gehalt du beim Jobwechsel verlangen kannst.

Wenn du bei Schritt fünf merkst, dass dein jetziger Betrieb bei Entgelt oder Verantwortung nicht mehr zu dir passt, kannst du bei KarriereGrün kostenfrei Mitglied werden. Du musst keine Bewerbungsrunde starten und gehst keine Verpflichtung ein. Dein Talent-Scout meldet sich, wenn ein Arbeitgeber aus deiner Region fachlich und menschlich zu deinen Vorstellungen passt.

Häufige Fragen zu IG Metall Entgeltgruppen

Für Facharbeiter gibt es keine bundesweit feste Entgeltgruppe. Die IG Metall bezeichnet das Eckentgelt üblicherweise als Grundentgelt für Beschäftigte mit erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Tätigkeit. Welche Gruppe diesem Niveau entspricht, hängt aber vom Tarifgebiet ab. Für deine persönliche Eingruppierung zählt die konkrete Arbeitsaufgabe, die dir dein Betrieb übertragen hat.

Das lässt sich ohne Tarifgebiet nicht beantworten. Ab April 2026 beträgt EG 5 beispielsweise in Nordrhein-Westfalen 2.960,50 Euro Grundentgelt, in Baden-Württemberg 3.296,00 Euro und in Bayern 3.497,00 beziehungsweise 3.583,00 Euro. Zusätzlich können je nach System Leistungsentgelt, Zulagen oder Zuschläge hinzukommen. Vergleiche deshalb nie nur die Entgeltgruppennummer.

Mehr Verantwortung kann zu einer höheren Bewertung führen, wenn sich dadurch die Anforderungen deiner dauerhaft übertragenen Arbeitsaufgabe verändern. Entscheidend ist nicht, dass du gelegentlich einspringst oder freiwillig mehr machst. Prüfe, welche Aufgaben dir tatsächlich übertragen wurden und wie der für deinen Betrieb geltende ERA oder ERTV diese Anforderungen bewertet.

Schau zuerst auf deine Entgeltabrechnung und auf Unterlagen zur Eingruppierung. Für die Kontrolle brauchst du zusätzlich die Aufgabenbeschreibung und den Tarifvertrag deines Tarifgebiets. Die IG Metall stellt aktuelle Entgelttabellen online bereit. Wenn du nicht nachvollziehen kannst, warum deine Tätigkeit einer bestimmten Gruppe zugeordnet wurde, wende dich an deinen Betriebsrat oder deine IG Metall Geschäftsstelle.

Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Tarifgebiet und Regelwerk. ERA steht für die Entgeltrahmenregelungen, mit denen die Metall- und Elektroindustrie die frühere Trennung zwischen Lohn und Gehalt abgelöst hat. In Niedersachsen findest du beispielsweise auch einen Entgelt-Rahmentarifvertrag, kurz ERTV. Für deine Eingruppierung musst du deshalb immer das konkret für deinen Betrieb geltende Regelwerk prüfen.

Zahlt dein Betrieb weniger, als deine Arbeit wert ist?

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Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, dein Profil ist nicht öffentlich und du gehst keine Verpflichtung ein. Das Eintragen dauert zwei Minuten.