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Schweißer Weiterbildung: Diese Schritte bringen mehr Geld

Welche Weiterbildung bringt dich als Schweißer wirklich weiter? Spezialisierung, Schweißfachmann, Schweißwerkmeister, Meister und Techniker im Vergleich. Erfahre, welcher Weg zu deinen beruflichen Zielen passt und wann mehr Verantwortung auch bessere Verdienstchancen eröffnet.
Schweißer Weiterbildung: Diese Schritte bringen mehr Geld

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Du kannst eine saubere Naht ziehen, bestehst deine Prüfungen und übernimmst längst schwierigere Arbeiten als vor ein paar Jahren. Auf dem Lohnzettel kommt davon trotzdem wenig an. Dann hilft nicht irgendein Zertifikat. Eine Schweißer Weiterbildung bringt dich vor allem weiter, wenn sie deinen Einsatzbereich erweitert oder dich für Aufgaben qualifiziert, die nicht jeder Schweißer übernehmen darf oder kann.

Der Weg kann von einer zusätzlichen Schweißerprüfung über den Internationalen Schweißpraktiker und Schweißfachmann bis zum Schweißwerkmeister, Meister oder Techniker führen. Entscheidend ist, ob du weiter hauptsächlich selbst schweißen, zur Schweißaufsicht wechseln oder Führung und Fertigungsplanung übernehmen willst.

Welche Weiterbildung lohnt sich für Schweißer?

  • Spezialisierung: Zusätzliche Verfahren, Werkstoffe und Einsatzbereiche sind der direkte Weg, wenn du weiter praktisch schweißen willst.
  • Schweißpraktiker: Der Internationale Schweißpraktiker erweitert deine fachtheoretischen Kenntnisse und kann Aufgaben in der Schweißaufsicht eröffnen.
  • Schweißfachmann: Der IWS ist ein wichtiger Schritt, wenn du stärker in Überwachung, Qualität und Verantwortung hineinwillst.
  • Schweißwerkmeister: Der DVS-Schweißwerkmeister verbindet anspruchsvolle praktische Schweißarbeit mit Koordination und Führungsaufgaben.
  • Meister oder Techniker: Diese Wege passen eher, wenn du dauerhaft Richtung Führung, Planung, Fertigungssteuerung oder technische Verantwortung willst.

Welche Schweißer Weiterbildung bringt wirklich mehr Geld?

Mehr Geld kommt nicht automatisch mit einem Lehrgang. Interessant wird eine Weiterbildung dann, wenn dein Betrieb oder ein anderer Arbeitgeber deine neue Qualifikation tatsächlich braucht. Ein zusätzliches Verfahren kann deshalb finanziell mehr bringen als ein großer Abschluss, wenn genau diese Fähigkeit in der Fertigung fehlt. Umgekehrt kann ein Meister oder Techniker deutlich sinnvoller sein, wenn du raus aus der reinen Ausführung und hinein in Verantwortung willst.

Für deine Entscheidung gibt es deshalb drei Fragen: Welche Arbeiten darfst und kannst du danach zusätzlich übernehmen? Trägst du anschließend mehr Verantwortung? Und gibt es Arbeitgeber, die genau diese Qualifikation suchen?

Wenn du deinen aktuellen Verdienst nicht einordnen kannst, prüfe zuerst deinen Marktwert mit dem Gehalts-Check. Sonst investierst du möglicherweise Monate in eine Fortbildung, obwohl bei einem anderen Betrieb schon deine heutige Erfahrung besser bezahlt würde.

Schweißer Spezialisierung: mehr können, ohne den Arbeitsplatz zu verlassen

Wenn du gern selbst am Bauteil arbeitest, ist eine Schweißer Spezialisierung häufig der naheliegendste erste Schritt. Die Ausbildung und Prüfung von Schweißern kann sich auf unterschiedliche Verfahren und Geltungsbereiche beziehen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt unter anderem Gas-, Metall-Schutzgas-, Lichtbogenhand- und Wolfram-Inertgas-Schweißen. Der DVS führt Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606-1 als Nachweis der Handfertigkeit für begrenzte Geltungsbereiche.

Das bedeutet praktisch: Eine vorhandene Prüfung macht dich nicht automatisch für jede Schweißaufgabe zum passenden Mann. Werkstoff, Verfahren, Bauteil und vorgesehener Einsatz müssen zusammenpassen. Wer beispielsweise bislang hauptsächlich MAG an üblichen Stahlkonstruktionen arbeitet, kann sich fachlich anders aufstellen als jemand, der Rohrleitungen oder anspruchsvolle WIG-Arbeiten übernimmt.

Genau hier liegt der wirtschaftliche Wert einer guten Schweißer Fortbildung. Du wirst für einen größeren oder spezielleren Aufgabenbereich einsetzbar. Ob dein jetziger Chef dafür mehr zahlt, ist eine zweite Frage.

Was bringt der Internationale Schweißpraktiker?

Der Internationale Schweißpraktiker, kurz IWP, ist ein Aufstiegsweg für erfahrene Praktiker mit gültiger Schweißerprüfung. Der DVS beschreibt ihn als Qualifikation, die über reine Handfertigkeit hinausgeht und auch für Aufgaben der Schweißaufsicht bei einfachen Konstruktionen eingesetzt werden kann.

Der reguläre Lehrgang besteht aus drei Teilen. Der DVS nennt maximal 29 Unterrichtseinheiten Theorie im ersten Teil, 60 Unterrichtseinheiten praktische Grundlagen und mindestens 61 Unterrichtseinheiten im Hauptlehrgang. Danach folgt die Abschlussprüfung.

Der IWP ist deshalb interessant, wenn du nicht sofort mehrere Jahre in eine Meister- oder Technikerschule investieren willst, aber fachlich mehr Verantwortung übernehmen möchtest.

Schweißfachmann: der Schritt von der Naht zur Verantwortung

Der Internationale Schweißfachmann IWS geht deutlich stärker in Richtung Schweißaufsicht. Der DVS ordnet diese Qualifikation für Fachkräfte ein, die neben praktischer Erfahrung auch fundierte Kenntnisse über Verfahren, Werkstoffe, Konstruktion und Fertigung benötigen.

Für Facharbeiter oder Gesellen aus einem metallverarbeitenden Beruf gibt es eine alternative Einstiegsmöglichkeit, wenn mindestens drei Jahre Berufspraxis mit schweißtechnischem Bezug vorliegen. Beim Standardweg umfasst der Lehrgang fachkundliche Grundlagen, 60 Unterrichtseinheiten praktische Grundlagen und mindestens 149 Unterrichtseinheiten Hauptlehrgang. Je nach Vorqualifikation gelten unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten.

Das ist eine andere Liga als die nächste einzelne Schweißerprüfung. Du bewegst dich stärker Richtung Qualitätssicherung, Überwachung und technische Verantwortung.

Wenn du genau diese Stufe anstrebst, lohnt sich vor dem Lehrgang ein Blick auf den Arbeitsmarkt. Als kostenfreies Mitglied bei KarriereGrün kannst du mit deinem Talent-Scout besprechen, welche Betriebe in deiner Region solche Qualifikationen tatsächlich suchen und wie dein bisheriger Werdegang dort eingeordnet wird. Dein Profil ist nicht öffentlich.

Schweißer Meister: Welcher Abschluss ist eigentlich gemeint?

Wer nach „Schweißer Meister“ sucht, kann verschiedene Wege meinen. In der Schweißtechnik gibt es den DVS-Schweißwerkmeister. Daneben kommen je nach beruflicher Grundlage klassische Handwerksmeister oder in der Industrie beispielsweise ein passender Industriemeister infrage. Diese Abschlüsse erfüllen unterschiedliche Zwecke.

Weiterbildungsweg Typischer Schwerpunkt Passt zu dir, wenn du…
Zusätzliche Schweißerprüfung Handfertigkeit in einem bestimmten Geltungsbereich weiter selbst schweißen und breiter einsetzbar werden willst
Internationaler Schweißpraktiker IWP Praxis plus schweißtechnische Fachkenntnisse erste Aufgaben mit mehr fachlicher Verantwortung übernehmen willst
Internationaler Schweißfachmann IWS Schweißaufsicht und technische Verantwortung Fertigung und Qualität stärker überwachen willst
DVS-Schweißwerkmeister anspruchsvolle Schweißarbeiten, Überwachung und Koordination Praxis und Führungsaufgaben verbinden willst
Industriemeister, zum Beispiel Metall Führung, Organisation, Technik und Ausbildung eine Führungsfunktion in der industriellen Fertigung anstrebst
Staatlich geprüfter Techniker Planung, Fertigung, Konstruktion und Qualität dich stärker aus der täglichen Schweißarbeit herausentwickeln willst

DVS-Schweißwerkmeister

Der Schweißwerkmeister bleibt näher an der Werkstatt. Laut DVS gehören anspruchsvolle praktische Schweißarbeiten, die Überwachung von Schweißprozessen, die Prüfung von Nähten und Anlagen sowie die Koordination von Arbeitsabläufen zum Tätigkeitsfeld. Der Standardweg setzt unter anderem entsprechende praktische Eignung voraus.

Industriemeister Metall

Der Industriemeister geht breiter. Hier dreht sich nicht alles um Schweißtechnik. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt Industriemeister als Fachkräfte für Führungsaufgaben in Industriebetrieben. Neben Technik gehören Organisation, Recht, betriebswirtschaftliche Themen und die Ausbildereignung dazu.

Wenn du später eine Schicht, einen Fertigungsbereich oder Mitarbeiter führen willst, kann dieser Weg besser passen als die nächste reine Schweißqualifikation.

Schweißer Techniker: Wann lohnt sich dieser Weg?

Beim Suchbegriff „Schweißer Techniker“ musst du zwei Abschlüsse auseinanderhalten. Der staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik ist eine umfangreiche berufliche Weiterbildung. Der Internationale Schweißtechniker IWT ist dagegen eine zusätzliche schweißtechnische Qualifikation auf höherem Niveau.

Für den staatlich geprüften Techniker Maschinentechnik nennt die Bundesagentur für Arbeit zwei Jahre Weiterbildung in Vollzeit beziehungsweise drei bis vier Jahre in Teilzeit. Fachschulen verlangen in der Regel einen einschlägigen Berufsabschluss und Berufspraxis.

Der DVS setzt für den Internationalen Schweißtechniker eine Technikerprüfung an einer staatlich anerkannten Technikerschule im Fachgebiet Metalltechnik oder einen entsprechenden Ingenieurabschluss voraus. Du springst also normalerweise nicht direkt von der Schweißerprüfung zum IWT.

Der Technikerweg lohnt sich vor allem, wenn du künftig Fertigung planen, Abläufe überwachen, Qualität sichern, Konstruktionen begleiten oder technische Projekte übernehmen willst. Willst du dagegen weiterhin den Großteil deines Tages selbst schweißen, ist dieser Weg oft größer als nötig.

Schweißer übt unter Anleitung eine anspruchsvolle Schweißtechnik in einer modernen Metallwerkstatt

Was viele bei den Schweißer Aufstiegschancen falsch machen

Der größte Fehler ist Zertifikate zu sammeln, ohne vorher zu wissen, welche Aufgabe danach kommen soll. Drei zusätzliche Prüfungen sehen gut aus. Sie bringen dir aber wenig, wenn dein Betrieb genau dieselben Arbeiten weiterhin von dir erwartet und deine Verantwortung unverändert bleibt.

Der zweite Fehler ist, Weiterbildung und Gehaltserhöhung als dasselbe zu behandeln. Eine Qualifikation verbessert deine Verhandlungsposition. Sie verpflichtet deinen Arbeitgeber aber nicht dazu, deinen Lohn automatisch anzuheben.

Der dritte Fehler ist, nur auf den eigenen Betrieb zu schauen. Vielleicht gibt es dort schlicht keine Stelle als Schweißaufsicht, Werkstattverantwortlicher oder Meister. Dann liegt das Problem nicht an deiner Weiterbildung, sondern an der fehlenden nächsten Position.

Wenn du wissen willst, was bei einem Wechsel finanziell realistisch sein könnte, hilft dir auch der Beitrag dazu, welches Gehalt du beim Jobwechsel verlangen kannst.

Mehr Verantwortung muss sich auch auf dem Lohnzettel zeigen

Neue Qualifikationen sind dann interessant, wenn daraus eine andere Aufgabe entsteht. Schweißaufsicht, Qualitätsverantwortung, Arbeitsvorbereitung oder Führung sind nicht einfach zusätzliche Haken auf deiner Personalakte. Du übernimmst Entscheidungen, von denen Fertigung, Termine und Qualität abhängen.

Sprich deshalb schon vor einer größeren Weiterbildung mit deinem Arbeitgeber darüber, welche Position danach vorgesehen ist. Frage nicht nur: „Übernehmt ihr den Lehrgang?“ Frage auch: „Welche Aufgaben übernehme ich anschließend und wie verändert sich meine Eingruppierung oder Vergütung?“

Bekommst du darauf dauerhaft keine vernünftige Antwort, musst du nicht sofort kündigen. Bei KarriereGrün kannst du dich kostenfrei und diskret in den Karriere-Radar eintragen. Dein Talent-Scout spricht mit dir über deine nächste Stufe und meldet sich, wenn ein Betrieb aus deiner Region zu deinen Vorstellungen passt. Kein Betrieb bekommt deine Daten ohne deine Zustimmung.

So planst du deine Schweißer Fortbildung in fünf Schritten

  1. Ziel festlegen: Entscheide zuerst, ob du besser schweißen, Schweißaufsicht übernehmen oder in Führung und Planung wechseln willst.
  2. Ist-Stand prüfen: Sammle deine Berufsabschlüsse, vorhandenen Schweißerprüfungen, Verfahren, Werkstoffe und deine einschlägige Berufserfahrung.
  3. Zugang prüfen: Kläre bei der zuständigen DVS-Bildungseinrichtung, Kammer oder Fachschule, welche Zulassung für deinen gewünschten Abschluss gilt.
  4. Aufgabe nach dem Abschluss klären: Sprich mit deinem Arbeitgeber konkret über Einsatzbereich, Verantwortung und Vergütung nach erfolgreicher Weiterbildung.
  5. Arbeitsmarkt vergleichen: Prüfe auch außerhalb deines Betriebs, welche Arbeitgeber deine neue Qualifikation tatsächlich einsetzen und bezahlen.

Für eine größere Aufstiegsfortbildung können zudem Fördermöglichkeiten infrage kommen. Die Bundesagentur für Arbeit weist unter anderem auf das Aufstiegs-BAföG für Abschlüsse wie Meister und Techniker sowie auf Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildung hin.

Du findest weitere Werkzeuge zur beruflichen Einordnung bei den Karriere-Checks von KarriereGrün.

Häufige Fragen zur Weiterbildung als Schweißer

Du kannst zusätzliche Schweißerprüfungen für bestimmte Verfahren und Geltungsbereiche ablegen oder dich fachlich weiterentwickeln. Mögliche Wege sind unter anderem Internationaler Schweißpraktiker, Internationaler Schweißfachmann und DVS-Schweißwerkmeister. Für größere Aufstiegsschritte kommen je nach Berufsabschluss außerdem Meister- oder Technikerweiterbildungen infrage. Entscheidend ist, welche Aufgabe du später übernehmen möchtest.

Ja, wenn du die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen erfüllst. Der DVS nennt für Facharbeiter und Gesellen eines metallverarbeitenden Berufs unter anderem eine alternative Einstiegsmöglichkeit mit mindestens drei Jahren Berufspraxis mit schweißtechnischem Bezug. Je nach Vorqualifikation sind auch andere Einstiege möglich. Die konkrete Zulassung solltest du vor der Anmeldung direkt mit der DVS-Bildungseinrichtung klären.

Das hängt von deinem Ziel ab. Der Schweißfachmann ist stark auf schweißtechnisches Fachwissen und Aufgaben der Schweißaufsicht ausgerichtet. Der DVS-Schweißwerkmeister verbindet dagegen anspruchsvolle praktische Schweißarbeit mit Überwachung, Koordination und Führungsaufgaben. Wenn du weiter eng an der praktischen Fertigung arbeiten möchtest, kann der Schweißwerkmeister besonders interessant sein.

Mit einem passenden Berufsabschluss und der geforderten Berufspraxis kann eine Technikerausbildung für dich infrage kommen. Die Zugangsvoraussetzungen hängen vom Bundesland und von der Fachschule ab. Der staatlich geprüfte Techniker Maschinentechnik dauert laut Bundesagentur für Arbeit in Vollzeit zwei Jahre und in Teilzeit meist drei bis vier Jahre. Er führt stärker Richtung Planung, Fertigungssteuerung und technische Verantwortung.

Sie kann sich lohnen, wenn du danach einen gefragteren Einsatzbereich oder mehr Verantwortung übernimmst. Eine Weiterbildung allein garantiert aber keine Gehaltserhöhung. Kläre deshalb vorher, welche Aufgaben dein Arbeitgeber anschließend für dich vorsieht und vergleiche den Arbeitsmarkt. Gerade bei Schweißaufsicht, Qualität oder Führung entscheidet die tatsächliche Position darüber, ob sich die neue Qualifikation auf deinem Lohnzettel bemerkbar macht.

Wo wird deine nächste Qualifikation auch bezahlt?

KarriereGrün ist das Karriere-Netzwerk für Handwerk und Industrie. Du bewirbst dich nicht hundertfach blind. Du trägst dich einmal ein, und dein persönlicher Talent-Scout stellt dir die Arbeitgeber aus deiner Region vor, die zu deinen Vorstellungen passen.

Die Mitgliedschaft ist kostenfrei, dein Profil ist nicht öffentlich und du gehst keine Verpflichtung ein. Das Eintragen dauert zwei Minuten.